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„Shrink it, pink it.“

In ihrem neuen Projekt „Shrink it, pink it“ beschäftigt sich Yolande Sommer mit ihren beiden Darstellerinnen Rosanna Veza Schardt und Julia Berger mit dem Probenprozess eines Zeitgenössischen Zirkusstücks und seinen Strukturen. In der Produktion von 3xEva hat sie sich mit dem weiblichen Körper auf der Bühne beschäftigt und während dieser Probenprozesse entwickelte sich ein spannender Prozess auf der Metaebene: Wie tief sind patriarchale und kapitalistische Strukturen in Körper und Köpfen von Artist*innen eingeschrieben? Wieviel von dem, was als selbstverständlich angesehen wird, ist sozialisiert? Gibt es eine andere Möglichkeit? 
Aus den eingeschriebenen Strukturen erwachsen Erwartungen, die Aktuer*innen an sich und ihre Körper haben. Diese Erwartungen sind extrem und fordern immer  Höchstleistungen – unabhänig von den äußeren und inneren Zuständen. Doch sind Körper unterschiedlich und diese Erwartung diskriminiert Körper, die nicht in das Ideal passen. 
Ein Beispiel ist die Menstruation: der menstruierende Körper ist nicht immer gleich leistungsfähig und doch muss er funktionieren, wenn es eine Probenmöglichkeit gibt. Wie könnte also ein Probenprozess aussehen, der sich an den Körper und seine individuellen Bedürfnisse anpasst und sich den Körper nicht passend macht? Was sind die kapitalistischen und patriachalen Strukturen? Wie könnte eine Show aussehen, die während des Prozesses auf die Bedürfnisse aller Beteiligten wertschätzend eingeht und nicht das Produkt als oberste Priorität hat? Das Stück richtet sich vor allem an Artist*innen und Künstler*innen um eine Reflexion über den Umgang mit dem eigenen Körper anzuregen und einen Dialog zu eröffnen. Es soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 erarbeitet und präsentiert werden.